Pressemitteilung
#FreeWebSearch-Charta will Google-Monopol brechen
1. October 2025
Zivilgesellschaftliche Initiative fordert demokratische Kontrolle der Websuche
1.10.25, Starnberg – Wer entscheidet, was Milliarden von Menschen im Internet finden – und was nicht? Diese Machtfrage stellt die #FreeWebSearch Charta, die am Montag, dem internationalen #FreeWebSearch Tag, ein europäisches Bündnis aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Medien veröffentlicht hat. Mit zehn klaren Prinzipien will die Initiative die Kontrolle über die Websuche zurück in die Hände der Gesellschaft legen.
„Die Websuche ist zu wichtig für unsere Demokratie, um sie allein den Googles dieser Welt zu überlassen“, betont Christine Plote, Projektleiterin und Gründungsmitglied der Open Search Foundation. „Wenn einige wenige Internetkonzerne, deren Geschäftsmodell auf Überwachung und Datenausbeutung basiert, kontrollieren, was wir im Netz finden und was unsichtbar bleibt, dann ist das eine Gefahr für unsere demokratische Gesellschaft. Die Websuche gehört unter demokratische Kontrolle. Dafür setzen wir uns mit der #FreeWebSearch-Charta ein.“
Die Charta formuliert konkrete Forderungen in zehn Bereichen:
- Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Suchalgorithmen und Rankingkriterien
- Pluralität und technologische Unabhängigkeit durch Förderung alternativer Suchsysteme
- Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung ohne Tracking und Profiling
- Mehr Kontrolle für Nutzer und Inhalteanbieter über Suchprozesse und Darstellung
- Gleichberechtigter Zugang ohne Diskriminierung für alle Menschen
- Vielfalt von Informationen und Perspektiven statt unsichtbare Filterblasen
- Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft durch Nachhaltigkeitsstandards
- Integrität und Vertrauenswürdigkeit der Suchergebnisse
- Stärkung von Suchkompetenzen durch Bildungsangebote
- Demokratische Kontrolle mit durchsetzbaren Regeln
Breite Unterstützung
Unterstützung für die Charta kommt von einem europäischen Bündnis aus Organisationen und Personen, darunter Journalist:innen-Vereinigungen wie die dju und die Neuen deutschen Medienmacher:innen, die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur sowie die Suchmaschinen Ecosia und MetaGer. Persönlich unterstützen die Initiative u. a. der renommierte Experte für Kartellrecht und digitale Regulierung RA Prof. Dr. Thomas Höppner, die Digitalexpertin und ehemalige Bundestagsabgeordnete Anke Domscheit-Berg und die Europaabgeordnete Alexandra Geese.
Außerdem sind Partner aus ganz Europa an Bord, darunter das Centre for Digital Cultures der Univerätit Birmingham, die britische Suchmaschine Mojeek, der europäische Think Tank dataethics.eu und das Irish Council für Civil Liberties, Irlands älteste unabhängige Menschenrechtsorganisation.
Websuche als Menschenrecht
„Der Zugang zu Informationen ist ein Menschenrecht“, heißt es in der Präambel der Charta. Die Unterzeichner:innen fordern Politik und Gesellschaft auf, die Websuche klar als Dienst der Daseinsvororge anzuerkennen und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.
„Die Websuche ist eine kritische Infrastruktur wie Strom oder Wasser. Sie darf nicht von einigen wenigen Konzernen kontrolliert werden, sondern muss allen Menschen dienen“, erläutert Projektleiterin Christine Plote. „Unser besonderer Appell geht an jene, die gestalten können: Politik, Regulierungsbehörden und Technologieunternehmen haben die Verantwortung, die Websuche wieder zu einem echten Dienst für das Gemeinwohl zu machen.“
Die Charta wurde in einem partizipativen Prozess entwickelt, gefördert von der Stiftung Mercator im Rahmen des Projekts #EthicsInSearch.
Alle Informationen über die #FreeWebSearch-Charta und die Möglichkeit zum unterzeichnen gibt es auf der Website: www.charta.freewebsearch.org
Pressekontakt:
Open Search Foundation e. V. | Carolin Bauer | +49 178 601 49 10 | media@opensearchfoundation.org
Website:
charta.freewebsearch.org
Statements von Macher:innen und Erstunterzeichner:innen sind verfügbar.
Erstunterzeichner:innen (Auszug)
Anke Domscheit-Berg, Senior Digital Expert + Advisor, ehem. MdB
Alexandra Geese, Mitglied des Europäischen Parlaments
RA Prof. Dr. Thomas Höppner, Experte für Kartellrecht und digitale Regulierung
Carmen Wegge, Sprecherin für Recht und Verbraucherschutz der SPD-Bundestagsfraktion
Dr. Tim Smith, Open Science Advokat, CERN
Common Grounds Forum
dju – Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union
Neue deutsche Medienmacher:innen e. V.
BDKJ – Bund der deutschen katholischen Jugend
GMK – Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur
Irish Council of Civil Liberties
Über die Open Search Foundation
Die Open Search Foundation e.V. ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Deutschland, die sich für offene, transparente und demokratische Websuchtechnologien einsetzt, die dem öffentlichen Interesse dienen.






